Wer zu sein

Wer ist schon ganz er selbst?
Wer schon.

Auf Ihn ist Verlass,
Dass er zum richtigen Ort pünktlich kommt und
Anruft, wenn es später wird.
Das er bei Grün über die Ampel geht und
Auf dem Fahrrad Zeichen gibt.
Das er diplomatisch bleibt,
wenn ihm diktiert wird und
Sich krümmt, nicht bricht.
Nickt, nicht hängen lässt.

Wer ist unschuldig.
War wieder zur richtigen Zeit an einem anderen Ort,
Hat nichts gesagt, nichts gesehen und nichts gehört.
Er weiß wie es ist, niemand zu sein,
Aber Niemand weiß es umgekehrt.

Warmwasser Kühlschrank

Einsame Herzen, kalte wohl auch,
Rechnen Nebenkosten auf’s Komma genau.
Freunde sind Gäste sind „Wer braucht da so lange im Bad?“ und
Wenn es nicht die eigenen sind,
Macht man eben noch den Abwasch –

Freunde bis zur Dusche und nicht weiter.
Rechne immer: Halbes Wasser. Auch,
Wenn du nicht wissen kannst, wie viel der Tank fasst.
Besonders dann!
Merke dir die verzogenen Dielen,
Laufe nachts nur leichte Schritte aber
„Schleich‘ nicht, du Dieb!“

Kühlschrank ist Minenfeld ist Krieg,
Trink lieber Leitungswasser (wenn niemand duscht!)
Und schweige zu jedem Vorwurf.
Sonst dauert dein Besuch
Kürzer als der Jogurt.

Unter Raben

"Was sind das für Zeiten, wo
 Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist
 Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!"
- An die Nachgeborenen, Bertolt Brecht

Ein Feld unter Raben und eine Katze im Fenster,
Dick sind die Türen und zu Boden neigen schwere Dächer.
Bei Schwarztee mit Milch und Kandis zu Mittag
Verstummen die Zikaden und wir suchen Schatten unter Blech und Palmen.
Wir warten auf den Abend, auf kühle Luft von
Dem Polarkreis, dass die Wände nicht wässern und unser Haus in Form bleibt.
Die zweite Woche Fisch zum Frühstück,
Zu Mittag und kein Abendbrot – Sag, wie lange noch
Bis Buffalo?

Wir leben zwischen den Wintern und wohnen wo immer
Uns Rosmarin bettet, Königsfischer bezierzen und
Unsere Zehen warme Erde finden.
Dort ist Heimat ist überall,
Von dem kühlen Morgen bis ins warme Abendland.
Dort ist Heimat ist überall,
Vor und hinter dem Stacheldraht.

Wir gehen unter Raben über Grenzen,
Weil uns mehr verbindet, als Draht und Paragrafen trennen.
Du,
Achte heute sehr genau darauf, wo sie geschrieben werden,
Dass du morgen nicht vergisst, ob du ein- oder ausgesperrt bist.

Einsam ist das Feld ohne Raben und
Blind die Fenster ohne Katzen.
Ich würde gerne bleiben und dem Morgennebel Umriss geben,
Von dem Feld die Vögel jagen und den Katzen winken.
Doch der Tee wird Kraut und Wasser bleiben,
Milch und Kandis bitter werden und
Mit Buffalo im Rücken, die Hose in Fetzen und
Blutenden Händen,
Ziehe ich weiter Richtung Westen.

Moderne Geschichte

Es war einmal vor langer, langer Zeit in (Inhalt in der Vollversion verfügbar), da lebte (bitte auf Vollversion updaten) und (im Pack mit der Firewall und dem PC Optimizer). Sie waren (*Virus WARNUNG! Trjn:BackdoorDriller*) ganz traurig, weil der große (diese asiatischen Frauen in IHRER UMGEBUNG suchen verzweifelt einen Mann!) alle (Penispumpen) genommen hat und niemand mehr weiß, wie (Sofort Kredit zu Niedrigzinsen bis 5.000€). Da haben (Inhalt gesperrt) und (Inhalt gesperrt) eine Idee! Sie nahmen einen (Kleiner Schwanz? 5 Geheimtipps um Masse aufzubauen!), packten ihn vorsichtig ein (haben sie schon einen Account?) auf eine lange Reise. Nachdem sie durch den (jetzt Account erstellen und einen Monat gratis Zugriff erhalten!). Das gefiel dem (gratis iPad bei Abschluss eines 2 Jahres Abo) nicht und er (Inhalt gesperrt).
Sie rannten und rannten und plötzlich (dieser Inhalt ist gesperrt, da wir uns mit der GEMA nicht auf die Verlagsrechte einigen konnten. Das tut uns leid :/) sie frei, hatten (Beitragssenkung für Sie Herr Fakename!) und kamen zurück nach (jemanden gefällt ihr Profilbild!) wo sie ein (333 Sofortgewinne!) erhalten haben und wenn sie nicht (Nach Brandenburg mit dem Deutschlandticket) sind, dann (verdienen Sie 600€ am Tag).
Ende.

Gesellschaft (aus: ‚Das Haus‘)

Ein Haus ist mehr als Stuck und Mörtel,
Heimat mehr als Dorf und Leute.
Kultur ist mehr als Buch und Bühne,
Gesellschaft mehr als Brot und Prügel.

Freundschaft ist die Wasserwaage,
An die ich mein Leben halte,
Wenn die Welt sich schüttelt, schaukelt und
Einzig gleich das Neue bleibt.
Wenn die Welt verrückt spielt, taumelt und
Man sich ungläubig die Augen reibt.

Mir ist Freund, wer von der Seele spricht und
Schweigt, wenn ihm geflüstert wird.
Ich bin Freund, wem ohne Zögern,
Ein Unrecht aus dem Sitz hoch reißt.

Haus kann mir aus Stein wie Zelt sein,
Ob mit Hering oder Türschild, ist mir gleich.
Doch Heimat kann nie weniger als Freundschaft
Und Kultur nicht ohne Vielfalt sein.
Gesellschaft fängt nicht an und endet,
Kennt keine Trennung zwischen Menschen.
Sie lebt von Streit und Konsens
Und wächst mit jedem Lächeln.